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Fünf Hirsche für Dahenfeld

Am Steilhang des Hüttbergs hat Harald Schmieg ein Wildgehege angelegt – Nachwuchs kommt im Mai oder Juni

Von unserem Redaktionsmitglied Benjamin Richter

Man muss schon ein wenig Glück haben, um die neuen Bewohner des Neckarsulmer Ortsteils Dahenfeld zu Gesicht zu bekommen. Sie sind zwar immer zu Hause – ihre Wohnfläche eignet sich mit ihren 17.000 Quadratmetern aber ideal zum Verstecken. Das Waldstück, das sich auf einem Teil dieser 1,7 Hektar befindet, schützt sie zusätzlich vor ungewollten Blicken. Die Neuen, das sind fünf Damhirsche in einem Wildgehege am Scheuerberg.

Angelegt wurde es im vergangenen Sommer und Herbst von Harald Schmieg und einigen Helfern aus seinem Bekanntenkreis. „Mit dem Steilhang oberhalb von Dahenfeld wusste mein Freund, der Besenwirt Ansgar Kühner, lange nichts anzufangen“, berichtet Schmieg. Die Weinberge darunter habe er bewirtschaftet, so gut es am von der Sonne wenig verwöhnten Nordhang eben ging. „Aber die Fläche direkt unterhalb des Kreuzes auf dem Hüttberg war selbst dafür zu steil. Sie lag daher brach.“

Eines Tages sei Kühner eingefallen, wie die Stelle besser genutzt werden könnte. „Er kam dann vor ein paar Jahren zu mir und schlug vor, hier ein Wildgehege zu schaffen“, erinnert sich Schmieg. Als Pächter der privaten und städtischen Waldflächen in Dahenfeld war er für diesen Einfall der richtige Ansprechpartner. „Ich konnte der Idee sofort etwas abgewinnen.“ Die nächsten Schritte führten Schmieg ins Neckarsulmer Rathaus und zum Veterinäramt des Landratsamts. Dort erhielt er die Genehmigung, zehn erwachsene Tiere in dem neu zu schaffenden Gehege zu halten.

Mit der Erlaubnis in der Hand fuhr Schmieg zu einem Großgehege für Damwild in Binau. Mit dessen Besitzer Paul Haas unterhielt er sich über seine Pläne und praktische Aspekte der Haltung. „Ich habe ihn gefragt, wie das denn mit der Schlachtung läuft“, sagt Schmieg. „Er hat mich erst mal verdutzt angeschaut und dann erklärt, dass seine Hirsche nicht geschlachtet werden, sondern erlegt.“ So sei es auch in der Jagd üblich, berichtet der 64-Jährige. „Ab dem Zeitpunkt wusste ich genau: Hier bin ich an der richtigen Adresse.“

In Dahenfeld hat Harald Schmieg mit einer Handvoll Helfern ein Wildgehege errichtet, in dem ein männlicher und vier weibliche Damhirsche ein Zuhause gefunden haben. Im Winter fütterte Schmieg die Tiere jeden Tag mit Äpfeln und Brot. (Foto: Benjamin Richter)


Gemeinsam mit einigen hilfsbereiten Freunden und Bekannten stellte Schmieg anschließend den Drahtzaun um die vorgesehene Fläche am Scheuerberg auf. Kurze Zeit später zogen die fünf Damhirsche, ein männliches und vier weibliche Tiere, in das neue Wildgehege ein.

Mit den ersten sechs Monaten ist für Rudi und die vier Hirschdamen die schwierigste Zeit der Eingewöhnung erst einmal überstanden. „Im Winter finden die Tiere hier nicht so viel zu fressen in der Natur“, erklärt Schmieg. „Deshalb bin ich in den letzten Monaten jeden Tag ans Gehege gekommen und habe ihnen ein paar harte Brötchen und Äpfel mitgebracht.“ Nun will er nur noch alle drei Tage vorbeischauen.

Allzu lange werden die Hirsche nicht mehr zu fünft bleiben. „Es ist Nachwuchs im Anmarsch“, verrät Schmieg. „Ich gehe davon aus, dass es im Mai oder im Juni Junge geben wird.“ Nach der Brunft im September dauert es bei Damhirschen rund 230 Tage bis zur Geburt. Bei einer der Hirschkühe zeichnet sich der dicke Bauch bereits deutlich ab.

Was genau hat Harald Schmieg dazu bewegt, Ja zu der Idee seines Freundes aus dem Spargelbesen zu sagen? „Es geht mir darum, das Leben in Dahenfeld mit meinem Beitrag zu bereichern“, erklärt der Pächter. Dass das gelinge, sehe er bereits jetzt. „Ältere Menschen, die sich wenig bewegen, gehen zum Beispiel am Wochenende mit ihren Enkeln zum Gehege und schauen, was die Tiere machen.“ Neulich habe sogar eine Nachbarin geschwärmt: „Wir wohnen wie in den Bergen!“ Dafür, sagt Schmieg, habe es sich schon gelohnt.

Bericht in der Heilbronner Stimme vom 14.04.2018

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(26.04.2018)

 
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