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Vom Auslaufmodell zum Vorzeigeprojekt

Wohnortnahe Grundschule Dahenfeld feiert 25-jähriges Bestehen

Von Andreas Bracht (snp)

Am 19. August 1987 wurde im Neckarsulmer Stadtteil Dahenfeld ein neues Kapitel Schulgeschichte aufgeschlagen. In der neuen wohnortnahen Grundschule begann wieder der Unterricht, nachdem die Schule von 1966 an schrittweise aufgelöst und 1975 schließlich ganz geschlossen wurde. Das 25-jährige Bestehen der neuen Dahenfelder Grundschule wurde jetzt mit einem Festakt in der Hüttberghalle und einem Schulfest gefeiert. Zu den Ehrengästen, die der Grundschule zum „kleinen Jubiläum“ gratulierten, gehörten Landtagsabgeordneter Dr. Bernhard Lasotta, Oberbürgermeister Joachim Scholz, die früheren Oberbürgermeister und Neckarsulmer Ehrenbürger Dr. Erhard Klotz und Volker Blust, Ortsvorsteher Johann Habla, Schulamtsdirektorin Elke Laber-Steiner vom Staatlichen Schulamt Heilbronn sowie ehemalige Schülerinnen, Schüler und Lehrerinnen.

1966 galt die Dahenfelder Grundschule als Auslaufmodell. „Zwergschulen“ wie die in Dahenfeld mit stark rückläufigen Geburtenzahlen seien gegenüber größeren Schulen nicht leistungsfähig genug, lautete damals die Meinung der staatlichen Schulbehörde. 1986 brachte das Urteil des damaligen Kultusministers Gerhard Meyer-Vorfelder die Wende. Es sei für kleine Kinder im Grundschulalter ein unbestrittener großer Vorteil, wenn sie die Schule an ihrem Wohnort besuchen könnten. Aus dem Auslaufmodell wurde ein Vorzeigeprojekt. Im Januar 1989 berichtete sogar das Magazin der Wochenzeitung „Die Zeit“ ausführlich über Dahenfeld und seine Schule.

Das Bild einer modernen Dorfschule, die für den Ort unverzichtbar ist, zeichnet auch der Jubiläumsfilm „25 Jahre Grundschule Dahenfeld“, der im Rahmen des Festakts uraufgeführt wurde. Der 28-minütige Film lässt Zeitzeugen zu Wort kommen, vermittelt Eindrücke vom aktuellen Schulleben und zeigt die Schülerinnen und Schüler bei Proben und Auftritten. So dient der Jubiläumsfilm auch als Porträt einer liebenswerten Ortschaft mit intaktem Gemeinschaftsleben. Gedreht und geschnitten wurde das Filmporträt von Sebastian Weinmann, einem Absolventen der Filmakademie Ludwigsburg, mit Unterstützung des Dahenfelder Lokalfilmers Gerhard Hölzel. Das Premierenpublikum belohnte die Arbeit des Regisseurs mit kräftigem Beifall. 
 
„Der Film ist Weltklasse“, urteilte OB Scholz und empfahl gleich einen Sendetermin in ARD und ZDF. „Deutschland könnte einen Imagefilm über Dahenfeld vertragen.“ Schließlich habe die Grundschule Dahenfeld „als Modellschule für Schulen in der ganzen Bundesrepublik Pate gestanden“. Als wohnortnahe Schule erfülle die Dahenfelder Grundschule eine wichtige Funktion für das soziale Miteinander. „Kinder, die hier ihre Ausbildung genossen haben, haben einen guten Weg nehmen können“, versicherte der OB. „Der Bestand in den nächsten Jahren ist absolut gesichert.“ Dazu tragen auch die jahrgangsübergreifenden Klassen bei, die vom kommenden Schuljahr an gebildet werden.

Die damalige Entscheidung, die Dahenfelder Grundschule wiederzueröffnen, sei im Gemeinderat durchaus kontrovers diskutiert worden, räumte Ortsvorsteher Johann Habla ein. Zehn Jahre später habe sich gezeigt, dass die Entscheidung richtig gewesen sei: „Die Schule hat sich vorbildlich weiter entwickelt und ist aus unserem Ort nicht mehr wegzudenken.“

„Eine Perle in der Schullandschaft“ nannte Christin Schreiner als Vertreterin des Elternbeirats die Schule. Sie zählte die Vorteile für die Kinder auf: „überschaubare Klassen, ein sehr persönliches und individuelles Lernumfeld in einer harmonischen Atmosphäre – und das direkt vor der Haustüre.“ Mittlerweile würden auch Kinder aus den umliegenden Ortschaften auf die Grundschule in Dahenfeld aufmerksam.

Das Engagement der Lehrer erkannte Schulamtsdirektorin Elke Laber-Steiner als Garant für den Lernerfolg. „Lernen ist da erfolgreich, wo man Beziehungen zum Lehrer aufbauen kann.“ Die Voraussetzungen für die Nähe zu den Schülern seien in Dahenfeld ideal.

Dem stimmte Landtagsabgeordneter Bernhard Lasotta zu: „Entscheidend für den Erfolg einer Schule sind die Menschen, die sich dafür engagieren. Vertrauen und Bindung sind entscheidend für die Entwicklung der Kinder.“ In dieser Hinsicht sei die Grundschule Dahenfeld beispielhaft.

Besonders große Verdienste um die wohnortnahe Grundschule hat sich der „Mann der ersten Stunde“, Schulleiter Hans Kriegs, erworben. OB Scholz würdigte den langjährigen Rektor als „besten Schulleiter von Dahenfeld“: „Sie haben in den zurückliegenden 25 Jahren hohen Einsatz für Ihre Schule gebracht und Ihre Begeisterung auf das Lehrerkollegium übertragen.“ So wie viele ehemalige Schülerinnen und Schüler wird Hans Kriegs seiner Schule weiterhin verbunden bleiben. Das berufliche Verhältnis endet jedoch zum 31. Juli. Dann tritt Hans Kriegs in den Ruhestand. Neue Schulleiterin wird die derzeitige Klassenlehrerin der vierten Klasse, Renate Krieger. Dann gibt es im Dahenfelder Schulleben nur noch eine Konstante: das 1878 erbaute Schulhaus in der Cäcilienstraße, das die Stadt Neckarsulm vor kurzem komplett mit neuem Mobiliar ausgestattet hat.

Die Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen der Grundschule Dahenfeld bewies auch, in welchem Maße die Schule das kulturelle Leben im Dorf bereichert. Für ihre perfekt einstudierten und choreographierten Auftritte in der Hüttberghalle erhielten die Schülerinnen und Schüler viel Beifall. So zeigten die Kinder einen Ausschnitt aus dem Jubiläumsmusical „Winni Wackelzahn“. Die Musical-AG der Grundschule unter der Leitung der Klassenlehrerinnen Judith Gieser und Svenja Pollmächer führt die Geschichte des kleinen Vampirs am 12. Juli um 19 Uhr in der Hüttberghalle auf.

Auftritt des Schülerchors beim Jubiläumsfest (Foto: Andreas Bracht)


Für weitere musikalische Unterhaltung sorgten die Flötengruppe der Schule und der Schülerchor. „In Dahenfeld, da gibt’s ’ne Schule, die ist echt nur was für Coole“, stellte der Chor selbstbewusst fest. Auch ehemalige Schülerinnen und Schüler bekannten sich im Chor zu ihrer Grundschule: „Wir waren die Schüler von Dahenfeld, wir waren die Schlausten der Welt.“ „Viele erinnern sich auch nach Jahren noch gerne an ihre Grundschule und wirken beim neu gegründeten Förderverein in Leitungspositionen mit,“ kündigte Schulleiter Hans Kriegs den Auftritt des Ehemaligenchors an. „Aus allen ist etwas geworden“, versicherte Hans Kriegs. Nur in einer Hinsicht zeigte sich der Schulleiter „etwas enttäuscht“: „Nur eine ehemalige Schülerin wollte Lehrerin werden.“

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