Sie sind hier: Aktuelles - Dorfnachrichten - - Archiv 2013 - Berühmte Dahenfelder (99)

Lukas Baum


Ein Tag fürs Fotoalbum

Von Florian Huber

Lukas Baum hat noch nie vor 4500 Zuhörern ein Lied gesungen. Ganz allein. Live. Ohne Playback. Er hat noch nie vor 4500 Zuschauern Fußball gespielt. Gegen den FC Bayern München. Inklusive Liveübertragung im Fernsehen. Seit Freitag weiß der Neckarsulmer, wie sich beides anfühlt. "Unglaublich gut", sagt er: "Ich bin noch mittendrin, das alles zu verarbeiten."

Posieren für Fotoalbum: Lukas Baum (rechts) mit Triple-Sieger David Alaba nach der 0:13-Niederlage der Amateurkicker im Bayern-Trainingslager. (Fotos: privat)


Der Fußballer des Unterländer Bezirksligisten Friedrichshaller SV hatte sich mit 19.000 anderen Amateurkickern für das Spiel der Paulaner Auswahl in Arco (Italien) gegen den FC Bayern beworben. Beim Casting vor einigen Wochen beeindruckte der 23-Jährige die Jury um Paul Breitner dann mit seinen Gesanges- und Gitarrenkünsten und der umgedichteten Bayern-Hymne "Stern des Südens". In der zweiten Auswahlrunde überzeugte er dann auch als Fußballer und stand nun am Freitag als einer von 28 Spielern im Kader der Brauerei-Auswahl.

Weil Lukas Baum in mehreren Bands aktiv ist, feierte er unlängst beim SWR-Chorduell schon mal seine TV-Premiere. "Ich bin zu 50 Prozent Fußballer und zu 50 Prozent Musiker", sagt er.

Am Freitagmittag stand dann ein Brauerei-Vertreter vor der Hoteltür am Gardasee und bat darum, dass der Musikus doch kurz vor Spielbeginn sein Liedchen trällere. "Zum Glück hatte ich meine Gitarre dabei", sagt der Student der Heilbronner Hochschule. Also stand der Bayern-Fan zehn Minuten vor dem Anpfiff allein im Mittelkreis und sang.

Thomas Müller (Mitte) und sein Schattenmann: Im Spiel gegen die Paulaner-Auswahl hieß sein Gegenspieler in der ersten Spielhälfte Lukas Baum (Hintergrund). Der Verteidiger vom Friedrichshaller SV machte seine Sache gut. (Foto: dpa)


Der angenehme Nebeneffekt: "So kam ich gar nicht dazu wegen des Spiels aufgeregt zu sein", sagt Baum und lacht. Denn als Innenverteidiger stand er in der Anfangsformation. "Ich bin einfach nur 45 Minuten lang gelaufen, wie ich noch nie gelaufen bin", sagt er. Immer eng dran an Thomas Müller. "Der ist so schnell, das sieht man am Fernseher ja so gar nicht", sagt Baum. Der Schwabe machte seine Sache gegen den Nationalspieler mehr als nur ordentlich.

"Als ich auf dem Platz stand, haben wir nur zwei Gegentore bekommen", sagt Baum über die erste Spielhälfte. In den ersten 45 Minuten schlug sich die bunt zusammengewürfelte Truppe wacker und kassierte nur zwei Gegentore. In Durchgang zwei setzte es für Baums Kollegen beim 0:13 satte elf Stück. Aber das Ergebnis interessierte hinterher eh niemanden.

Was bleibt, das sind die Erlebnisse. Auf ein Souvenir musste Baum übrigens verzichten. Schon vor Spielbeginn überbrachte der Bayern-Zeugwart eine schlechte Nachricht. Weil es noch zwei weitere Testspiele im Trainingslager am Gardasee gebe, könne er leider nicht zulassen, dass die Herren Profis ihre Leibchen verschenken. Baum fragte dann nach Spielschluss Frank Ribéry. "Der hat sich drei Mal bei mir entschuldigt und erklärt, warum er mir sein Trikot nicht schenken kann", erzählt er. Demnächst wird ein Päckchen aus München im Briefkasten liegen. Der Inhalt: Ein Bayern-Trikot.

Eine Premiere: Lukas Baum beim Autogrammeschreiben in Italien.

So eines hatte Baum auch schon eine Arzthelferin mitgegeben. Eigentlich hätte der Mann aus Dahenfeld nämlich in der vergangenen Woche an seinem schmerzenden Überbein operiert werden sollen. Eine kurzfristige Ultraschallbehandlung musste her. "Weil ich kurzfristig einen Termin erhalten habe, bekommt die Arzthelferin nun ihr Trikot voller Autogramme zurück", sagt Baum.

Was bleibt: Die vielen Fotos, die Baum, seine Freunde und Familie vor Ort geschossen haben. Das Spiel. Die Party danach. "Ein Götze oder ein Schweinsteiger, das sind unglaublich normale Jungs, das hatte ich gar nicht erwartet", sagt Baum. Und die Erkenntnis, dass Weißbier-Waldi eigentlich gar nicht so heißen dürfte. "Unser Teamchef Waldemar Hartmann trinkt nämlich viel lieber Rotwein als Weißbier", sagt Lukas Baum. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er hinterher so einiges erzählen.
 
Bericht in der Heilbronner Stimme vom 08. Juli 2013

 

 
12.02.19

Altpapiersammlung

in Dahenfeld am Samstag, 30. März!


12.12.18

Stadtwerke Neckarsulm

Neu ab Januar – Strom aus NeckarsulmDie Stadtwerke Neckarsulm werden Stromanbieter! Den Einstieg in...



Letzte Änderung:
Dorfnachrichten

(19.03.2019)