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Hans-Peter Weinreich


Sandstein und Seetonnen

NEUENSTADT Außenrenovierung der Stadtkirche hat begonnen – 2015 ist Innenraum an der Reihe

Von Waltraud Langer

Das Bildnis des Erzengels mit dem Drachen an der Kirche. Und direkt gegenüber der fröhliche Zecher beim Ochsenwirt. Es soll einmal Diskussionen über diese Nachbarschaft auf dem Neuenstädter Marktplatz gegeben haben. Über den Erhalt des Kunstwerks an der Paradewand der St. Nikolauskirche gibt es keine Diskussion. „Eine alte Kirche ist wie ein Buch, in der man die Jahrhunderte ablesen kann“, sagt Architekt Hans-Peter Weinreich. Der Neckarsulmer ist von der evangelischen Kirchengemeinde beauftragt, die Renovierung des Gotteshauses vorzunehmen. Und plädiert dafür, Spuren der Vergangenheit nicht zu verwischen.

Seit nunmehr zehn Jahren plant er vor Ort, erstellt Maßnahmenkataloge und Sandsteinkartierungen, verhandelt mit dem Denkmalamt und den Kirchenverantwortlichen. Die Neuenstädter Stadtkirche ist sein 19. Gotteshaus. Gerade hat er Brackenheim abgeschlossen. Zwei seiner jüngeren Projekte waren Fresken in der Kirche von Lampoldshausen und die barocke Kirchendecke in Waldbach.
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An der Kirche kam beim Entfernen des Putzes dieser gotische Bogen zum Vorschein, zeigen (v.l.) Hans-Peter Weinreich, Matthias Löw, Traugott Mack. (Foto: Waltraud Langer)


Parallel zu den Pflasterarbeiten auf dem Neuenstädter Marktplatz hat man nun mit der Sanierung des Kirchensockels begonnen. „Hier geht es auch um die heiklen Schnittstellen zwischen Platz und Kirche“, sagt der Architekt. Erst wenn die Bauarbeiter der Stadt vollständig abgezogen sind, wird das Gerüst für die Fassade aufgestellt. Gleichzeitig erfolgen Arbeiten am Dachstuhl. Die Außentreppe ist bereits erneuert. „Auf Empfehlung des Denkmalamtes haben wir das Geländer mit der gleichen Farbe konserviert, wie sie bei den Seetonnen in der Nordsee verwendet werden“, sagt der Architekt und schmunzelt. Das Denkmalamt hat auch ein Wörtchen mitzureden, wenn es um die Farbe der Außenfassade geht. Hier orientiert man sich an Spuren im Putz, die auf frühere Farbgebungen hinweisen. Der Sockel, bestehend aus einer Mischung aus Sandstein, Muschelkalk und Bruchsteinen, wurde ergänzt und verfugt und soll als Sichtmauerwerk unverputzt bleiben.

Für die Außenrenovierung rechnet Kirchenpfleger Matthias Löw mit Kosten von 370.000 Euro. Die Kirchengemeinde brachte 190.000 Euro auf. Dies durch den Erlös aus zwei großen Flohmärkten und einem Weihnachtsflohmarkt, einer freiwilligen Gemeindeabgabe und weitere Spenden. Hinzu kommt ein Zuschuss der Landeskirche und des Kirchenbezirks sowie ein Förderbeitrag des Denkmalamtes. „Für die komplette Sanierung unseres Gotteshauses rechnen wir mit etwa 700.000 Euro Kosten“, sagt Dekan Traugott Mack. Denn nach Dachstuhl und Außenfassade kommt 2015 der Innenraum an die Reihe.

Die letzte Schönheitskur erhielt die Kirche vor gut 30 Jahren. 1891 gab es schon einmal eine größere Renovierung. Dabei wurde eine vom Schloss zugängliche Empore im Chorraum entfernt. 1949 kam der Erzengel Michael mit dem Drachen auf die Fassade. 1957 holte man den Taufstein von 1499 aus der Helmbundkirche, überarbeitete ihn und stellte ihn an der Nordwand des Chores auf. Der Chor selber wurde mit Solnhofer Platten neu verlegt. Auch die Bänke auf den Emporen stammen aus dieser Zeit und ersetzten die teilweise nummerierten, verschließbaren Klappsitze.

Jetzt steht eine Überholung beziehungsweise Erneuerung der Elektrik und der Heizanlage an. Auch will man den Sitzkomfort auf den Bänken verbessern. Hinzu kommen Verputz und Malerarbeiten an den Wänden. „Wir müssen also noch weiter sammeln, denn wir haben keine geheimen Güter“, scherzt Kirchenpfleger Matthias Löw.

Bericht in der Heilbronner Stimme vom 25.10.2013 (Ausgabe Kocher-, Jagst- und Brettachtal)

 
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Dorfnachrichten

(15.04.2019)