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Protest gegen Anzahl von Flüchtlingen

Landkreis plant Unterbringung von über 100 Asylsuchenden in Dahenfelder Gewerbehalle

Von Alexander Klug

Das Landratsamt plant, möglicherweise deutlich über 100 Flüchtlinge im Neckarsulmer Stadtteil Dahenfeld unterzubringen. Das sorgt bei einigen für Missstimmung – sowohl innerhalb des kleinsten Neckarsulmer Stadtteils, als auch in der Stadtverwaltung im Rathaus. Man wehre sich gegen die Unterbringung von bis zu 130 Flüchtlingen in dem 1300-Einwohner-Dorf, schreiben Verwaltung und Ortschaftsrat. Oberbürgermeister Joachim Scholz bittet in einem Brief an Landrat Detlef Piepenburg darum, von einer vorläufigen Unterbringung in diesem Umfang abzusehen – es formiere sich derzeit eine Bürgerinitiative in Dahenfeld, schreibt die Verwaltung.

Zwar wisse man um die angespannte Situation bei der Unterbringung landauf, landab, „es verbieten sich aber Lösungen, die völlig unverhältnismäßig sind“, schreibt der Ortschaftsrat auf seiner Internetseite. Es gehe hier um den kleinsten und am weitesten von der Kernstadt entfernten Stadtteil, der sich seine dörfliche Struktur weitgehend bewahrt habe – und der nicht vergleichbar sei mit großen, üblicherweise gut erschlossen Gebieten in der Stadt. „130 Flüchtlinge würde eine Quote von zehn Prozent bedeuten. Das ist zu viel“, sagt Ortsvorsteher Johann Habla. Angedacht ist die Unterbringung in einer Lager- und Produktionshalle an der Dieselstraße – sie ist in privatem Besitz.

Nicht nur die schiere Anzahl, sondern auch der Umstand, dass es sich um ausschließlich junge Männer handeln könnte, sorgt für Sorgenfalten. „Wir haben im Ort kaum Infrastruktur“, führt der Ortsvorsteher aus. „Für diese Konstellation ist der Standort ungeeignet.“ Dahenfeld mit seinen Vereinen sei etwa für Familien gut geeignet. „Zumal der Ort in der Vergangenheit durchaus Erfahrung mit Zuwanderern und starkem Wachstum gesammelt hat.“


Nach einem Umbau durch das Landratsamt Heilbronn könnten in dieser ehemaligen Gewerbehalle Flüchtlinge untergebracht werden. (Foto: Alexander Klug)

In seinem Brief an den Landrat teilt der Oberbürgermeister „die Sorge des Ortschaftsrates, dass diese hohe Zahl von Flüchtlingen zu einer kompletten Überforderung der Ortschaft Dahenfeld führen würde“. Die Dahenfelder Bevölkerung sei grundsätzlich bereit und motiviert, Flüchtlinge aufzunehmen und zu integrieren, führt Joachim Scholz weiter aus. „Wenn deren Zahl ein verträgliches Maß, bezogen auf die Gesamtbevölkerung, nicht überschreitet.“ Nach Ansicht des Ortschaftsrates Dahenfeld ist eine Zuweisung von ein bis zwei Prozent der Einwohnerzahlen eine vertretbare und auch in anderen kreisangehörigen Gemeinden übliche Größenordnung.

Auf die Relationen in der Unterbringung der Flüchtlinge weist Landratsamtssprecher Hubert Waldenberger hin. 368 Flüchtlinge seien derzeit in Neckarsulm untergebracht, davon 170 auf Flächen des Landkreises, auf die Stadt selbst entfallen 200. „290 sind es in Möckmühl, 360 in Brackenheim. Ich sehe da keine keine Benachteiligung“, erläutert Waldenberger. „Wir müssen eben auch in Neckarsulm Flüchtlinge unterbringen. Und wenn uns eine Kommune keine Grundstücke anbietet, machen wir uns selbst auf die Suche.“ Anfang dieser Woche hat die Stadt nun allerdings ein neues Flüchtlingskonzept vorgelegt. „Jetzt müssen wir schauen, wie das aussieht“, sagt der Sprecher. Spielraum für das Erfüllen maßgeschneiderter Wünsche gebe es keinen.

Zu Hektik bestehe überdies kein Grund, versichert Waldenberger, da an der Halle vor einer Unterbringung einige Umbaumaßnahmen nötig wären, was Monate dauern würde. „Wer genau dort dann am Ende dieser Zeit untergebracht werden würde, ist ja noch keineswegs sicher.“

Bericht in der Heilbronner Stimme vom 09.03.2016

Grafik: Heilbronner Stimme)
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