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Kirchenbänke lagern vorerst im alten Schlecker

NEUENSTADT Nach der Außenrenovierung gehen die Arbeiten im Innenraum weiter

Von Waltraud Langer

Wo sich früher Shampoos und Cremes der Firma Schlecker aneinanderreihten, lagern jetzt Kirchenbänke. Der Grund für die ungewöhnliche Nachnutzung leerstehender Geschäftsräume ist die Renovierung der evangelischen Stadtkirche St. Nikolaus. Am Samstag karrten Gemeindemitglieder die bis zu acht Meter langen Bänke durch den Torbogen in ihr vorübergehendes Domizil.

60 Bänke haben die Helfer gezählt. Sie werden im Zuge der Kirchenrenovierung aufgearbeitet, die Sitzflächen verbreitert und später im Kirchenraum wieder eingebaut. „Kompliziert war der Transport der langen Bänke von der Empore“, erzählt Kirchenpfleger Matthias Löw. Wie in einer Kletterarena wurden sie mittels spezieller Seiltechnik heruntergelassen. Dabei war darauf zu achten, dass die baumelnden Bänke die Balustraden nicht beschädigten. Es sei alles gut gegangen, berichtet Löw, in knapp zwei Stunden sei die Kirche leer gewesen.

Nach der abgeschlossenen Außenrenovierung ist man jetzt im Innenraum zugange. Architekt Hans-Peter Weinreich aus Neckarsulm ist beauftragt, die Kirchenrenovierung vorzunehmen. Schon seit 2000 plant er gemeinsam mit den örtlichen Kirchenverantwortlichen. „Eine alte Kirche ist wie ein Buch, in dem man die Jahrhunderte ablesen kann“, sagt der Architekt und plädiert dafür, Spuren der Vergangenheit nicht zu verwischen.

Die Kirchenschätze sind in der Staubbox verstaut. Dekan Traugott Mack (v.l.), Kirchenpfleger Matthias Löw und Architekt Hans-Peter Weinreich haben den Plan. (Foto: Langer)


Als nächsten Schritt bekommt die Kirche ein Raumgerüst. Die Wände werden „abradiert“ und wo nötig neu verputzt. Das Kruzifix und die wertvollen Grabdenkmale aus dem Chorraum befinden sich bereits in einer sogenannten Staubbox. Auf diese Weise ist die Innenausstattung der Kirche während der Wandarbeiten geschützt. Auch die Orgel ist verpackt.

„Per Ausschreibung haben wir Restauratoren gesucht. Hier fällt demnächst die Entscheidung“, sagt Weinreich. Ein Team von Spezialisten wird die Kunstwerke reinigen und aufarbeiten.

Stellenweise sind Holzteile stark beschädigt oder abgebrochen. Auch dem gekreuzigten Jesus fehlt ein Finger. 160.000 Euro sind für diese Spezialarbeiten kalkuliert.

Viel Geld fließt auch in die Technik: Heizung, Beleuchtung, Akustik. „Der Zustand der Elektrik war katastrophal. Das war auch der Grund, warum die denkmalrechtliche Genehmigung vorzeitig kam. Normalerweise dauert das länger“, sagt Dekan Traugott Mack.

Laut Kirchenpfleger Matthias Löw belaufen sich die Gesamtkosten für Außen und Innen auf rund 765.000 Euro. Davon übernimmt die Landeskirche 226.000 Euro, der Kirchenbezirk 64.000 Euro und das Denkmalamt 35.000 Euro. Die Kirchengemeinde selbst muss 440.000 Euro aufbringen. Durch Spenden, Flohmärkte und eine freiwillige Gemeindeabgabe hat sie bisher 310.000 Euro eingenommen.

Beim Einsammeln von Spenden greift man schon mal zu ungewöhnlichen Aktionen. So brachte die Teilnahme des Kantors beim jüngsten Lindenlauf zusätzliches Geld. Pro Minute, die David Dehn beim Halbmarathon unter zwei Stunden blieb, konnte man einen bestimmten Betrag setzen. Dehns Laufzeit von 1:45:32 erhöhte am Ende den Kassenstand um gut 5000 Euro.

Architekt Hans-Peter Weinreich entrollt den Ausführungsplan. Hier erscheint ganz rechts eine Markierung, die die Kirchenverantwortlichen besonders interessiert: der Zeitpunkt der Fertigstellung. Dekan Traugott Mack rechnet fest damit, dass der Gottesdienst am ersten Advent in der Kirche stattfindet. Bis dahin werden die Gottesdienste im evangelischen Gemeindehaus abgehalten. Am dritten Advent wird es zudem ein großes Einweihungskonzert geben.

Bericht in der Heilbronner Stimme vom 19.04.2016 (Ausgabe Kocher-, Jagst- und Brettachtal)

Zu einem früheren Artikel, dasselbe Thema betreffend, geht es hier.

 

 

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