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Abschluss eines Mammutprojekts

NEUENSTADT Zweckverband Abwasserbeseitigung weiht erneuerte Kläranlage in Stein ein

Von Vanessa Müller

Würden Bauarbeiter einen 33 Meter hohen Würfel füllen – dann kämen sie auf die Masse an Erde, die sie für den Umbau der Kläranlage Stein herausgebaggert haben. Zweieinhalb Kilometer Rohre wurden verlegt. Und so viel Beton verbaut, wie eine fünf Kilometer lange Schlange an Fahrzeugen transportieren kann. 13,4 Millionen Euro hat das Mammutprojekt gekostet. Es ist das größte, das der Zweckverband Abwasserbeseitigung Unteres Kochertal in seiner Geschichte je gestemmt hat. Am Freitag feierten die beteiligten Kommunen Neuenstadt, Neckarsulm, Oedheim und Hardthausen sowie Ingenieure und Angestellte Einweihung. Die Bürger sind an diesem Sonntag, 12. Juni, zum Tag der offenen Tür eingeladen.

In Betrieb gegangen ist die Kläranlage allerdings schon im September 2015. Das war keine Punktlandung, denn fertig sein wollten die Beteiligten ein halbes Jahr früher. „Unser Fahrplan war sehr sportlich“, sagte Neuenstadts Bürgermeister Norbert Heuser, der Vorsitzender des Zweckverbands ist. Zum einen hätten die Bauarbeiter die alten Klärbecken abreißen und den Umbau bei laufendem Betrieb stemmen müssen. „Zum anderen kann ich mich nicht bei allen beteiligten Firmen bedanken.“ Ein Unternehmen habe die nachfolgenden Gewerke immer weiter aufgehalten.

Einen ähnlichen Grund habe der Gestank gehabt, über den sich Anwohner eine zeitlang beschwerten. „Weil die Faulung nicht funktionierte, mussten wir unstabilisierten Schlamm pressen“, sagt Heuser. Auch zu diesem Problem sei es gekommen, weil eine Firma nicht pünktlich geliefert habe.

Über 13 Millionen Euro hat die Runderneuerung der Kläranlage in Stein gekostet. Sie ist seit September 2015 in Betrieb. (Fotos: Guido Sawatzki)

Mittlerweile läuft aber alles, wie es laufen soll. Besser sogar. Im geklärten Wasser seien vor der Erneuerung immer noch bis zu sechs Milligramm Phosphat pro Liter enthalten gewesen. Vom Gesetzgeber gefordert seien mittlerweile höchstens zwei. „Wir haben 0,5 Milligramm erreicht“, freute sich Heuser. „Da kommt so gut wie nichts mehr in den Kocher.“ Vor zwei Wochen hat die Kläranlage außerdem ihre erste Feuertaufe bestanden – sie trotzte der Zerstörungswut des Unwetters. Die Ingenieure haben sie so hoch geplant, dass auch bei einem 100-jährigen Hochwasser noch eine geordnete Abwasserreinigung sichergestellt ist. „Kläranlagen stehen selten im Fokus der Öffentlichkeit“, betonte Heuser. „Aber sie sind wichtig für die Attraktivität unserer Kommunen. Ohne sie gibt es keine neuen Baugebiete, kommen keine neuen Firmen.“ Nicht zuletzt stehe eine Kläranlage auch für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Was haben die Bauarbeiter seit dem Spatenstich vor ziemlich genau vier Jahren alles in Angriff genommen?

Mit der Sanierung haben sie die Kläranlage von 22.000 auf 32.000 Einwohnergleichwerte erweitert. Neu in die Höhe gezogen haben sie die Vorklärbecken, zwei Kombibecken, das Maschinengebäude mit der Schlammentwässerung und den Faulturm. Das Betriebsgebäude haben sie erweitert, die Belebungs- und Nachklärteiche zurückgebaut. Mit der Schlammfaulungsanlage wird das entstehende Klärgas in einem Blockheizkraftwerk CO2-neutral in Strom und Wärme umgesetzt. So ist es möglich, mehr als 50 Prozent des Energiebedarfs zu decken.

Bei der Einweihung am Freitag konnten sich die Teilnehmer bei einem Rundgang noch einmal alles genau ansehen: Ulrich Ruoff, Norbert Heuser, Harry Brunnet, Matthias Schmitt, Johann Habla, Neithard Müller, Klaus Hofmann, Rolf Bernauer (v.l.).

2,6 Millionen Euro Fördergelder gab es dafür, freute sich der Landtagsabgeordnete Bernhard Lasotta (CDU) in seiner Rede. Neithard Müller, Geschäftsführer bei Weber-Ingenieure, erinnerte daran, wie anspruchsvoll der Umbau während des laufenden Betriebs gewesen sei. Und Klaus Hofmann, leitender technischer Direktor des Regierungspräsidiums Stuttgart, hatte auch für die Bürger gute Nachrichten im Gepäck: „Die Abwassergebühren bleiben mit der modernen Kläranlage auf lange Zeit überschaubar.“

Bericht in der Heilbronner Stimme vom 11.06.2016


Offene Tür

Mit einem Tag der offenen Kläranlage feiern Macher und Bürger die Fertigstellung nach fast vier Jahren Bauzeit am Sonntag, 12. Juni, von 11 bis 17 Uhr. Neben Führungen durch die ganze Anlage gibt es auch ein buntes Rahmenprogramm für die ganze Familie: Zauberkünstler, Kinderschminken, Segway-Parcours oder Tombola. Für das leibliche Wohl sorgen die Jugendabteilungen des Musik- und Schützenvereins Stein. Die neue Kläranlage in Stein wird vom Zweckverband Abwasserbeseitigung Unteres Kochertal betrieben. Sie reinigt das Abwasser von vier Kommunen. Zum Einzugsgebiet gehören Neuenstadt, Hardthausen, der Neckarsulmer Stadtteil Dahenfeld und der Oedheimer Teilort Degmarn. vm

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