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Bevölkerungsstatistik - Der Wendepunkt ist erreicht


Von Joachim Rüeck

Ein Minus von 249 Köpfen ist angesichts einer Einwohnerschaft von 10,75 Millionen eine überschaubare Größe. Dennoch markiert das Jahr 2008 für die Präsidentin des Statistischen Landesamts, Carmina Brenner, einen Wendepunkt: „Die demographische Wende macht auch vor Baden-Württemberg nicht Halt.“ Schließlich ist die Bevölkerungszahl erstmals seit 1984 zurückgegangen - und das zwei bis drei Jahre früher als die Experten bisher prognostiziert hatten. Angesichts des kontinuierlichen Geburtenrückgangs und des geringer werdenden Einwandererüberschusses gehen die Prognosen für die nächsten Jahre weiter nach unten.

Vor allem ländliche Gebiete verlieren Einwohner. Der Zollernalbkreis hat den höchsten Bevölkerungsrückgang (minus 1237), auch der Landkreis Heilbronn (-559) und der Hohenlohekreis (-401) haben einen negativen Saldo. Dagegen „gewinnen Großstädte und verdichtete Gebiete an Attraktivität“. Stuttgart legte um fast 3000 Einwohner zu und verzeichnete sogar mehr Geburten als Sterbefälle. Der dicht besiedelte Landkreis Ludwigsburg (+752) und die Stadt Heilbronn (+471) wuchsen ebenfalls bevölkerungsmäßig.

Noch bis 2005 war der Südwesten das einzige Bundesland mit Geburtenüberschuss. Mittlerweile hat sich Baden-Württemberg beim Rest eingereiht. Im vergangenen Jahr kamen lediglich 91 900 Kinder zur Welt - nur 1977 und 1978 waren es weniger. Das Minus von 4500 gegenüber den Gestorbenen ist das Höchste seit der Landesgründung. Dazu kehren zahlreiche frühere Gastarbeiter in ihre Heimat zurück. Nach Griechenland, Italien und in die Türkei hat der Südwesten die höchsten Wanderungsverluste (zwischen 1600 und 1300 Köpfe). Das Auswanderungsparadies schlechthin bleibt aber die Schweiz (-6100).

Eine Folge des demographischen Wandels: Die Zahl der Alten und der Pflegebedürftigen nimmt zu. 237 000 Personen benötigten Ende 2007 Pflege. Im Jahr 2031 werden es laut einer Modellrechnung des Statistischen Landesamts 358 000 sein. Ihr Anteil an der baden-württembergischen Gesamtbevölkerung wird dann voraussichtlich von zuletzt 2,2 auf drei bis 3,5 Prozent steigen, vermuten die Fachleute. Länder wie Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg haben jetzt schon eine Quote von 3,4 Prozent.

Wachsen wird damit der Bedarf an Pflegepersonal. Knapp 100 000 Arbeitskräfte sind heute in der Branche tätig, bis 2031 werden zwischen 60 000 und 90 000 mehr benötigt, rechneten die Statistiker aus. Der Verband der Krankenhäuser, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen forderte, mit familienfreundlichen Arbeitsbedingungen und angemessener Bezahlung die Attraktivität des Altenpflegeberufs zu erhöhen.

Bericht in der Heilbronner Stimme vom 17.07.2009

Anmerkung des Webmasters: Weshalb dieser Artikel auf der Dahenfelder Webseite? Weil auch unser kleines, unbeugsames Dorf Teil der Entwicklung ist. Jahrelang stiegen die Einwohnerzahlen im Kreis Heilbronn überdurchschnittlich:

Quelle: Landkreis Heilbronn (www.landratsamt-heilbronn.de)

Es lässt sich aber nicht leugnen, dass diese Entwicklung zum Stillstand gekommen ist. Auch die Stadt Neckarsulm und ihre Stadtteile - noch mit Ausnahme von Amorbach! - haben stagnierende bis rückläufige Einwohnerzahlen. Dies muss bedacht werden, wenn in naher Zukunft wieder über die Fortschreibung des Flächennutzungsplans und die Ausweisung weiterer Baugebiete diskutiert wird.

17.07.2009

 
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