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Altar schwebt per Autokran ein

(Foto: Angela Groß)
Foto vom Ausrichten des Altars


Von Angela Groß

Bis zu den Nadelbäumen vor der Dahenfelder Pfarrkirche fliegt der Altar eine Kurve, dann kurz geradeaus, bis er langsam senkrecht in Richtung Erde schwebt - und vor dem Portal abgesetzt wird. Die Tage der Dahenfelder Kirche als Baustelle sind gezählt. Bis allerdings am vierten Advent die Gemeinde wieder einziehen kann, haben die Handwerker noch viele Arbeiten zu erledigen.

Alle atmen auf, als der 2,4 Tonnen schwere Volksaltar endlich an Ort und Stelle steht und der Autokran seine Arbeit getan hat. Eine Millimeterarbeit, die selbst Routiniers nicht kalt lässt. "Man ist sehr angespannt in diesem Moment", sagt Herbert Volz. Der Künstler aus Ulm hat den Wettbewerb der Diözese Rottenburg-Stuttgart für den Volksaltar und den Ambo gewonnen, vier Wochen lang hat er am Modell geplant und nichts dem Zufall überlassen.

Er hat sich solche Dinge ausgedacht, wie dass der Altar vom Gestühl ausgehend in zwei 90-Grad-Achsen vor der Gemeinde, genau in der Mitte platziert wird und zur Geltung kommt. Die Maserungen des italienischen Sandsteins, aus dem der Altar hergestellt ist, finden sich in den barocken Formen wieder und passen zum Fußboden.

Die vier Füße des kreuzförmigen Altars stehen für die vier Evangelisten, und es sind auch wieder vier Bodenplatten, auf denen der Ambo, das Lesepult, zum Stehen kommt. Mit der Art der Gestaltung trifft Volz eine theologische Aussage. Ambo und Altar haben die gleiche Höhe, auch kommt ein klares Prinzip zum Tragen. Selbst wenn nur Eingeweihte die Formensprache auf Anhieb entschlüsseln können, auch für den Gottesdienst-Besucher sind diese "Ordnungen spürbar", ist sich Künstler Herbert Volz sicher.

"Ich finde es ganz toll und bin begeistert", sagt die Laien-Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Andrea Winter, als sie zur Kirche hereinkommt, und wieder einmal geht ihr Blick nach oben, zu den frisch herausgeputzten Deckengemälden.

Mit der Kamera in der Hand ist Architekt Hans-Peter Weinreich zwischen den Handwerkern unterwegs. Was er sieht, gefällt ihm. "Vorher hat das sehr unaufgeräumt gewirkt, nicht stimmig. Die Stuckprofile waren in Holz gemacht, jetzt fängt der Stuck richtig an zu leuchten", schwärmt der Architekt von der Ruhe. Dabei hat die Entscheidung für einen neuen Liturgieort nicht zu jeder Zeit allen gefallen. Ein Grund dürfte sein, dass der alte Altar, der aus der Hinterlassenschaft des geschätzten Pfarrers Abele stammt, nicht mehr als zeitgemäß empfunden wurde.

Vielleicht rumort es hinter den Kulissen noch etwas, doch der Architekt hofft, dass die letzten Zweifler sich spätestens umstimmen lassen, wenn alles fertig ist. "Ich bin froh, dass der Kirchengemeinderat diese mutige Entscheidung getroffen hat", sagt Hans-Peter Weinreich. Als er von einem Zuschauer darauf angesprochen wird, es sei doch auch von ihm mutig gewesen, als Dahenfelder Architekt das Projekt zu betreuen, sagt er: "Es gibt Stimmen, die meinen, es hätte mich den Ortschaftsrat gekostet. Für mich gibt es gibt es genug Möglichkeiten, mich zu engagieren."

Bericht in der Heilbronner Stimme vom 09.12.2009 - Mehr Bilder gibt es hier!

 
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